Mariendistel

Kapseln, Tee, Wirkung, Anwendung

Die Mariendistel, auch als Frauendistel, Silberdistel oder Milchdistel bekannt, ist der Naturheilkunde schon seit der Antike geläufig. Bereits Hildegard von Bingen erwähnte den violett blühenden Korbblüter in ihren Schriften. Der Legende nach wuchs die Pflanze aus einem Tropfen Muttermilch, den die Jungfrau Maria verlor. Diese Geschichte lässt auf den Namen des Naturheilmittels schließen.

Ursprünglich stammt die Mariendistel aus dem Mittelmeerraum.

Mittlerweile wird sie aber auch in Deutschland erfolgreich kultiviert und ist auch auf natürliche Weise in der freien Natur anzutreffen. Wirklich bekannt wurde ihre heilsame Wirkung durch die Entdeckung des Landarztes Rademacher im Jahre 1848. Seitdem spendet sie vielen Menschen Hoffnung, die an einer Lebererkrankung leiden und auf synthetische Medikamente der Schulmedizin verzichten möchten. Aber auch bei akuten Vergiftungserscheinungen, allen voran einer Pilzvergiftung, dient das Mittel als erste Hilfe. Die heilenden Eigenschaften sind auf die wertvollen Inhaltsstoffe zurück zu führen. Neben ätherischen Ölen enthält die Mariendistel

  • Sylimarin
  • Silbinin
  • Silicristin
  • Silidianin
  • und Isossibilinin

Silymarin gilt als der Wirkstoff, der den hauptsächlichen Nutzen bringt. Vor allem bei der Behandlung akuter Vergiftungen und für die Gesundheit der Leber ist er essentiell. Aber auch Silibinin wirkt in großen Teilen entgiftend.

Nebenwirkungen sind hingegen nicht bekannt. Die Mariendistel ist ein Gewächs, das als Nahrungsergänzung bei guter Qualität in reiner Form in den Handel gelangt. Wer beim Kauf auf eine gewissenhafte Herstellung achtet, kann sich der Reinheit sicher sein und ersteht ein schonendes Präparat, das eine Alternative zur Schulmedizin bietet. Lediglich Menschen mit einer Allergie gegen die Pollen von Korbblütern sollten das Naturheilmittel gar nicht oder unter strenger Aufsicht eines Arztes einnehmen. Überdies können so hohe Dosen leichte Beschwerden wie 

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen

verursachen. Diese Symptome verschwinden aber, sobald das Mittel abgesetzt wird. Bleibende Schäden sind nicht zu befürchten.

Darreichungsformen

Die Mariendistel ist als Präparat für die gezielte Einnahme in vielen verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Anwender erhalten das Mittel in der Apotheke und mit etwas Glück in gut sortierten Drogeriemärkten. Wenn auch die Präparate aus der Apotheke teurer sind, besteht hier eine hundertprozentige Reinheitsgarantie im Gegensatz zu Mitteln aus dem Drogeriemarkt.

Die verschiedenen Darreichungsformen unterscheiden sich hauptsächlich im Hinblick auf die Bio Verfügbarkeit. Welche Form nun aber die beste ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Wahl hängt allein von dem angestrebten Nutzen sowie den individuellen Präferenzen des Patienten ab. Ebenfalls variieren die Preise der einzelnen Präparate.

 

Kapseln und Tabletten

Kapseln und Tabletten sind eine der beliebtesten Darreichungsformen jeglicher Nahrungsergänzungsmittel. Leider sind Ergänzungsmittel- vor allem die aus dem Drogeriemarkt häufig mit Zusatzstoffen und geschmacksverstärkten Aromen versetzt, um Patienten die Einnahme schmackhafter zu machen. Mariendistel Kapsel und Tabletten enthalten jedoch zu hundert Prozent reines Mariendistel Extrakt. Lediglich andere, effektverstärkende Heilpflanzen können dem Produkt beigefügt sein (siehe unten).

Da Kapseln und Tabletten mit einer schützenden Hülle überzogen sind, die sich erst im Magen auflöst, garantiert die Einnahme die hundertprozentige Verwertung der enthaltenen Menge des Wirkstoffs. Im Mundraum oder auf dem Weg in den Verdauungstrakt wird kein Mariendistel Extrakt vorzeitig verdaut oder ins Blut abgegeben. Daher sind Kapseln und Tabletten die erste Wahl bei einer Pilzvergiftung, bei der die Ursache direkt im Magen bekämpft werden muss.

Zudem lassen sich Tabletten und Kapseln optimal dosieren. In der Regel ist die Größenmenge einer Kapsel bereits auf den Bedarf zugeschnitten. Wer etwas weniger einnehmen möchte, zerteilt die Tablette mit einem Messer. Mariendistel Kapseln und Tabletten werden unzerkaut mit einem großen Glas Wasser eingenommen. Das Aufdrehen der Kapsel, um lediglich das Extrakt ohne die schützende Hülle einzunehmen, wird aus dem oben genannten Grund der Wertbarkeit nicht empfohlen. Überdies weist das Extrakt in reiner Form einen sehr bitteren Geschmack auf. Lediglich Patienten mit Schluckbeschwerden können auf diese Form der Einnahme zurückgreifen. Alternativ sollten sie über eine der im Folgenden aufgeführten Darreichungsformen nachdenken.

Die empfohlene Tagesration von Mariendistel in Kapsel- oder Tablettenform beträgt 200 bis 400 mg. Bei geringfügigem Bedarf können auch lediglich 100 mg eingenommen werden. Für diesen Wunsch sind ebenfalls speziell dosierte Präparate im Handel erhältlich. Um von dem positiven Nutzen der Heilpflanze zu profitieren, muss die Therapie dann aber über einen längeren Zeitraum erfolgen. Besteht ein hoher Bedarf, zum Beispiel aufgrund einer Vergiftung, kann die Dosis vorübergehend auf 800 mg gesteigert werden. Bei einmaliger Einnahme am Tag erfolgt der Konsum am besten in den Abendstunden.

 

Welche Mariendistel Kapseln sind die besten?

Beim Kauf hochwertiger Mariendistel Kapseln oder Tabletten ist auf deren Reinheit zu achten. Künstliche Zusätze wie Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker sind ein klares Ausschlusskriterium und mindern die Wertigkeit der Pflanze. Stattdessen sind Auszüge aus anderen Heilpflanzen durchaus wünschenswert, fördern sie doch die Wirkung der Mariendistel. Empfehlenswert sind vor allem Artischocke oder Löwenzahn. Zudem sollten Patienten auf Allergiker-freundliche Präparate achten. Der erwähnte schützende Film, der das Extrakt umschließt, ist meistens mit Milchzucker (Laktose) angereichert. Kartoffelstärke ist eine verträgliche Alternative, bei hundertprozentiger Reinheit aber ebenfalls nicht nötig.

 

Tee

Mariendistel Tee ist eine bekömmliche und einfache Darreichungsform. Vielen Patienten fällt es leichter, den Wirkstoff auf diese Weise aufzunehmen, da sie aufgrund des herkömmlichen Teekonsums gar nicht den Eindruck haben, ein Nahrungsergänzungsmittel beziehungsweise Medizin zu sich zu nehmen. Allerdings ist die Wertigkeit der Mariendistel in aufgebrühter Form vergleichsweise gering. Für den akuten Behandlungsbedarf eignet sich diese Darreichungsform daher weniger. Die Therapie einer entzündeten Leber kann Mariendistel Tee lediglich unterstützen. Bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen erzielt das Mittel in getrunkener Form hingegen eine merkliche Wirkung. Als Grundlage für den Mariendistel Tee dienen die Samen der Pflanze. Mariendistel Tee muss nicht unbedingt in der Apotheke erworben werden, sondern lässt sich ohne viel Aufwand selber herstellen. Da die Ernte der Samen zwar nicht unmöglich aber schwierig ist, empfiehlt es sich jedoch, wenigstens die Saat aus dem Fachhandel zu beschaffen. Hier besteht auch keine Gefahr, dass die Samen durch Schadstoffe aus der Umwelt (zum Beispiel Autoabgase) verunreinigt sind. Für die Zubereitung werden rund 3 bis 5 g Mariendistel Samen mit heißem Wasser übergossen. Anschließend sollte der Tee zehn Minuten ziehen.

 

Mariendistelsamen

Mariendistel Samen sind wohl die älteste Darreichungsform der Heilpflanze. Bereits die Naturheilerin Hildegard von Bingen verabreichte die Saat aus den Blüten ihren Patienten bei Magen-Darm-Beschwerden. Die kleinen Körnchen reifen im Sommer und können etwa ab August bis in den September hinein geerntet werden. Sie dienen nicht nur der oben beschriebenen Tee Zubereitung, sondern bilden die Grundlage nahezu aller Darreichungsformen der Mariendistel. Wer rohe, ganze Samen aus der Apotheke oder dem Reformhaus erwirbt, muss diese vor dem Konsum fein zermahlen. Am besten gelingt die Zerkleinerung mit einem Mörser. Andernfalls verhindert die Schale die Aufnahme im Darm, sodass ein Großteil des Wirkstoffs unverdaut ausgeschieden wird.

 

Mariendistelöl

Auch das Mariendistelöl wird aus den Samen der Pflanze gewonnen. Hier besteht ebenfalls die Möglichkeit, das wertvolle Öl selber aus der Saat zu gewinnen. Allerdings ist für die eigene Herstellung eine Ölmühle erforderlich. Alternativ führen Reformhäuser, Drogeriemärkte oder Apotheken Mariendistelöl im Sortiment. Beim Kauf ist auf ein kaltgepresstes, natives Produkt zu achten. Nur diese Eigenschaften garantieren den vollen Wirkstoffgehalt. Bereits drei Esslöffel des Öls decken den täglichen Vitamin E Gehalt eines gesunden erwachsenen Menschen. Wie auch der Mariendistel Tee erinnert das Öl eher an ein Lebensmittel als an Medizin oder Nahrungsergänzung. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielseitig. Zum Beispiel lässt sich das Öl in Quark rühren oder verfeinert Salate. Rohkostspeisen verleiht es mit seinem aromatisch-nussigem Geschmack eine feine Note. Hochwertiges Mariendistelöl ist an seinem angenehmen Geschmack zu erkennen. Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Ölen mit heilender Wirkung schmeckt jenes aus der Mariendistel nur leicht bitter und kann daher auch als pure Nahrungsergänzung in Form von drei Esslöffeln eingenommen werden. Allerdings verliert es beim Erhitzen seine wertvollen Inhaltsstoffe.

 

Extrakt

Bei dem Mariendistel Extrakt handelt es sich um die Substanz der fein gemahlenen Samen. Diese Darreichungsform wird bevorzugt bei einer entzündeten Leber angewendet. Das Mariendistel Extrakt zeichnet sich durch seine Reinheit aus. Das Lebensmittelgesetz sieht vor, dass dem Pulver keine weiteren Stoffe zugeführt werden. Da es sich ausschließlich um die gemahlenen Samen handelt und bei der Herstellung auf die Verwendung minderwertiger Pflanzenteile wie der Blüte oder den Blättern verzichtet wird, enthält das Mariendistel Extrakt rund 80 % des hauptsächlichen Wirkstoffs Silymarin und gilt somit als besonders hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel. Mariendistel Extrakt bildet die Grundlage für Kapseln und Tabletten.

 

Tropfen

Die Mariendistel Tropfen werden aus den Samen gewonnen, indem diese zerstoßen werden. Dabei wird die Schale aufgespalten und das Pflanzenöl tritt aus. Auch dieses Verfahren ist eigens durchführbar, erfordert allerdings sehr viel Geschick, um reines ätherisches Öl zu erhalten. Anschließend wird die Essenz mit 60 bis 80 %igem Alkohol übergossen. Empfehlenswert ist eine Dosierung von rund 20 g Samen. Nachdem die Essenz ein paar Tage geruht hat, mischt sich der Alkohol mit den ätherischen Ölen der Samen. Im Idealfall weist die Flüssigkeit nun eine reine, goldene Farbe auf.

Zur Anwendung werden dreimal täglich 20 Tropfen eingenommen. Diese träufeln sich Patienten mit einer Pipette auf die Zunge. Da die Tropfen aufgrund des Alkohols eine leicht bittere Note aufweisen, können sie für einen besseren Geschmack auch mit Tee getrunken werden. Die Bio Verfügbarkeit der Mariendistel Tropfen ist etwas niedriger als jene der Kapseln oder der Tabletten. Für die Leber besteht daher ein eher geringfügiger Nutzen. Allerdings besitzen Mariendistel Tropfen eine sehr lobenswerte Wirkung auf die Psyche. Das Präparat hilft gegen innere Unruhe, wirkt beruhigend bei aufkommender Wut und mindert Aggressionen.

Wirkung und Anwendung

Der Effekt auf Psyche und Körper der Mariendistel, der im voran gegangenen Kapitel bereits zur Sprache kam, soll im Folgenden vertieft werden, um zu verdeutlichen, warum die Pflanze eine so entscheidende Rolle in der Naturheilkunde besitzt.

 

Psyche

Burn-out, Mattigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen machen im immer hektischer werdenden Alltag vielen Menschen zu schaffen. Was heute als Depression diagnostiziert wird, wurde früher als Melancholie bezeichnet. Die Wortsilbe chol leitet sich von dem lateinischen Ausdruck für die Galle ab. Dieser Zusammenhang kommt nicht von ungefähr, denn Verhaltensmediziner fanden heraus, dass eine übersäuerte Galle fürwahr schlechte Stimmung auslöst. Aus diesem Grund besitzt die Einnahme der Mariendistel eine heilende Wirkung auf Depressionen. Das Extrakt regt den Gallenfluss an und mindert somit die Ursache der Verdrossenheit. Zudem fühlen Menschen sich vitaler, da auch die Verdauung von der Zufuhr der Mariendistel reguliert wird.

Überdies fanden Forscher heraus, dass sich die Pflanze ebenfalls positiv auf die Schlafqualität auswirkt. Dieser Effekt steht im engen Zusammenhang mit der Regulierung der Gallenaktivität. Um Nutzen aus der heilsamen Wirkung zu ziehen, sollten morgens und abends rund 200 bis 3400 mg konsumiert werden. Diese Menge entspricht der Standarddosierung einer im Handel erhältlichen Kapsel oder Tablette.

 

Wirkung auf die Leber beziehungsweise Fettleber

Den größten Nutzen hat die Mariendistel auf die Leber. Eine Erkrankung des lebenswichtigen Organs bleibt aufgrund unscheinbarer Symptome lange unentdeckt. Die präventive Einnahme der Mariendistel kann helfen, Krankheiten im Voraus zu vermeiden. Die Heilpflanze stärkt die Membranschicht der Leberzellen und verhindert auf diese Weise, dass Schadstoffe in die Zelle diffundieren. Zudem können wichtige Enzyme nicht entweichen. Auf Dauer erfährt die Leber eine Stärkung und kann sich im Falle einer Überbelastung besser regenerieren. Doch auch in akuten Fällen bringt die Einnahme einen nennenswerten Nutzen. Alkoholmissbrauch gilt als eine der häufigsten Ursachen für Leberschäden. Aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente schwächt das Organ. In diesem Fall regt der Wirkstoff Sylimarin die Leber zur Entgiftung an und schwächt Krankheiten ab. Folgende Dosierungsempfehlungen gelten für unterschiedliche Erkrankungen der Leber:

  • akute Vergiftungen, Entzündungen oder Beschwerden aufgrund starken Alkoholkonsums: 3- bis 4-mal täglich 800 mg über 2 bis 5 Wochen
  • Pilzvergiftungen: alle sechs Stunden 800 mg
  • Leberzirrhose: 2- bis 3-mal täglich 160 bis 180 mg zu den Mahlzeiten über 1 bis 2 Jahre
  • Hepatitis C: 800 mg jeweils zu den Mahlzeiten über 3 bis 4 Wochen

 

Haut

Hauterkrankungen sind teilweise ebenfalls auf eine geschädigte Leber zurück zu führen, Das innere Organ produziert wichtige Enzyme und Hormone, die für ein gesundes Hautbild essentiell sind. So liegt die Ursache von trockener Haut, Schuppenflechte oder Akne meistens nicht an mangelnder Pflege, sondern besitzt unerkannte inneren Ursprung. Können schädliche Stoffe, sogenannte Schlacken nicht abgebaut werden, macht sich dies ebenfalls am Hautbild bemerkbar. Rührt die Ursache tatsächlich von der Leber, treten folgende Symptome auf:

  • Juckreiz
  • gelbe unterlaufene Haut um die Augenpartie
  • ausgeprägte Akne und Ekzeme
  • Rötungen
  • rote, glänzende Zunge

Diese Beschwerden lassen sich genau wie Brandwunden ideal mit Mariendistel behandeln. Allein der dreimalige Genuss von Mariendistel Tee hilft, die Symptome auf schonende Weise langsam abklingen zu lassen. Aber auch die äußere Anwendung in Form von Wickeln ist sehr empfehlenswert.

 

Hilft Mariendistel beim Abnehmen?

Abgesehen von physischer Gesundheit haben viele Menschen das Ziel, abzunehmen. Abführmittel, wie sie der herkömmliche Handel anbietet, besitzen aber häufig unangenehme Nebenwirkungen oder erfüllen erst gar nicht den angestrebten Zweck. Oft werden dem Körper lediglich wertvolle Nährstoffe und Vitamine entzogen. Im schlimmsten Fall resultiert sogar eine Unterversorgung. Mariendistel als Präparat fördert hingegen die körpereigene Gewichtsreduktion, indem sie den Fettstoffwechsel verbessert. Dazu wird eine Dosierung von drei Kapseln à 200 mg am Tag empfohlen. Die Kur sollte rund fünf Wochen andauern. Bei geringeren Mengen sollte die Einnahme auf ein Jahr verlängert werden.

 

Wirkung auf die Haare

Auch auf die Haare wirkt sich Mariendistel positiv aus. Die oben beschriebenen Hautverbesserungen beziehen natürlich auch die Kopfhaut mit ein. Im gleichen Zuge werden die Haarfolikeln gestärkt, da sie mehr Halt haben. Nicht um sonst ist Mariendistel vielen Shampoos und Haarspülungen beigefügt. Laut Herstellerangaben senkt das Naturheilmittel die Enzymaktivität der Talgdrüsenproduktion. Dies lässt einzelne Haare nicht so schnell altern. Der Haarausfall wird gebremst, bereits nach wenigen Wochen besitzt die Frisur sichtbar mehr Fülle.

 

Wirkung auf den Darm

Einst beschrieb Hildegard von Bingen die effektive Wirkung der Mariendistel auf die Darmgesundheit. Leider ist ihr Wissen in vielen Jahren in Vergessenheit geraten. Heutzutage ernähren sich Menschen sehr ungesund. Fettiges, industriell hergestellte Lebensmittel stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Dabei sollten Nahrungsmittel nach Schriften der alten Philosophen und Heilkundler doch unsere Medizin sein. Vor allem mangelt es der Gesellschaft an Bitterstoffen. Diese regen den Stoffwechsel an und fördern die Verdauung. Mariendistel besitzt genau diese Inhaltsstoffe und gilt somit als essentiell für die Darmgesundheit. Wer täglich Mariendistel Tee trinkt, tut etwas Gutes für seine Gesundheit und schmeckt die enthaltene Bitterkeit der Pflanze kaum. Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen können auf diese Weise merklich gelindert werden. Darüber hinaus soll Mariendistel auch gegen Allergien helfen. Für eine intakte Darmflora empfehlen Gastroenterologen den Konsum von 140 mg täglich über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen.

Wirkung bei Tieren

Nicht nur auf den Menschen besitzt die Mariendistel einen heilenden Effekt. Tiere leiden ebenfalls an denselben Beschwerden und profitieren von der Wirksamkeit der Pflanze. Allen voran Hunde und Pferde zeigen in Studien eine Besserung des Gesundheitszustands.

 

Pferde

Mariendistel für Pferde wird vordergründig für eine bessere Leber als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht. Das herkömmliche Futter weist einen sehr hohen Eiweiß Gehalt auf. Getreidearten wie Hafer, Gras oder Silage, welche eigentlich als gesund und nährstoffreich gelten, besitzen eine häufig unbekannte Nebenwirkung: der Organismus eines Pferdes wandelt die Proteine bei der Synthese in Ammoniak um. Dieser Schadstoff wirkt sich negativ auf die Leberfunktion aus, da er als Harnstoff in dem Organ eingelagert wird. Mariendistel baut diese Ansammlungen auf natürliche Weise ab. Weiterhin kann das Naturheilmittel beifolgenden Beschwerden angewendet werden:

  • Ödeme
  • Ekzeme
  • schlechtes Blutbild
  • Leistungsschwäche und Antriebslosigkeit
  • spröde Hufe
  • mattes Fell

Zur äußeren Behandlung kann das Mariendistelöl auch direkt auf das Fell gerieben werden. Dadurch erhält es eine glänzende Struktur. Besonders während des Fellwechsels ist diese Maßnahme empfehlenswert. Zur Fütterung können entweder Samen zerstoßen und ins Futter gegeben oder spezielle Pellets aus der Tierhandlung erworben werden. Auf Anfrage verabreicht auch der Tierarzt entsprechende Mittel. Da die Mariendistel ein natürliches Vorkommen besitzt, wächst sie mit etwas Glück auch auf der eigenen Koppel. Mariendistel Nahrungsergänzungsmittel für Pferde besitzen häufig noch weitere heilende Pflanzenextrakte wie

  • Löwenzahn
  • Artischocke
  • Brennnessel
  • Kurkuma

Die Dosierungsempfehlung beträgt 10 bis 15 g pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine Entgiftungskur wird diese Menge über einen Zeitraum von acht Wochen verabreicht. Bei zu hoher Dosierung kann Durchfall die Folge sein. Darüber hinaus sei darauf hingewiesen, dass Mariendistel aufgrund der leistungssteigernden und zugleich beruhigenden Wirkung im Pferdesport unter das Dopinggesetz fällt. Die Fütterung ist nicht verboten, unterliegt aber einer Karenzzeit von 48 Stunden vor Turnieren.

 

Hunde

Auch bei Hunden bringt das Mariendistelöl das Fell zum Glänzen. Darüber hinaus können Hautschäden mit dem Naturheilmittel behandelt werden. Tierärzte empfehlen die Gabe vor allem bei auffälligem Pfoten Lecken. Zudem stellten Forscher fest, dass Mariendistel die Milchproduktion anregt. Tragende Hunde sollten das Mittel daher ergänzend erhalten. Das Risiko einer Totgeburt lässt sich mit Mariendistel ebenso verringern.

Natur Zentrum Autor

Herbert Havera

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

Shaojun Liu et al., A Study on the Protective Effect of Silybum Marianum Extract on Hepatic Ischemia-Reperfusion Injury, Afr J Tradit Complement Altern Med

Mayo Clinic, Milk Thistle Dosing

Wilasrusmee C et al., Immunostimulatory effect of Silybum Marianum (milk thistle) extract, Med Sci Monit

Yun DG et al., Silibinin triggers yeast apoptosis related to mitochondrial Ca2+ influx in Candida albicans, Int J Biochem Cell Biol.

Singh RP et al., Flavonoid Antioxidant Silymarin and Skin Cancer, Antioxid Redox Signal

Lieber CS et al., Silymarin retards the progression of alcohol-induced hepatic fibrosis in baboons, J Clin Gastroenterol

Ladas EJ et al., Milk thistle: is there a role for its use as an adjunct therapy in patients with cancer? J Altern Complement Med

Singh RP et al., Prostate cancer prevention by silibinin, Curr Cancer Drug Targets