Cholin

Lebensmittel, Wirkung, Erfahrungen | Wo kaufen?

Cholin (früher auch als Vitamin B4 bezeichnet) ist ein bislang eher unbekannter Stoff, der jedoch für Vielzahl von Körperfunktionen benötigt wird. Unter anderem ist er an dem Aufbau der Zellmembran beteiligt, unterstützt die Leberfunktion und ist Bestandteil des Neurotransmitters Acetylcholin. Einen Teil des täglichen Bedarfs Cholin kann der Körper selbst produzieren, den Rest muss er über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel erhalten.

Cholin kaufen

Wo kaufen?

Wer Cholin als Nahrungsergänzungsmittel kaufen möchte, findet entsprechende Mittel in Apotheken und gut besuchten Drogerie-Märkten sowie diversen Online-Shops.

 

Worauf muss man beim Kauf achten?

Grundsätzlich lässt sich Cholin aus tierischen und pflanzlichen Rohstoffen gewinnen. Es kann zum Beispiel aus einem Nebenprodukt der Zuckerproduktion hergestellt werden. Diese Produkte tragen in der Regel den Hinweis „Vegetarisch“, „Vegan“ und/oder „Bio“. Die Produktion von Cholin-Präparaten erfolgt hauptsächlich in den USA, es gibt aber auch Erzeugnisse aus Deutschland oder Österreich, die Sie bevorzugen sollten, wenn Sie Wert auf regionale Produkte mit kurzen Versandwegen legen.

Unbedingt beachten sollten Sie die Konzentration / Dosierung des Produkts. Zu Beginn der Einnahme ist eine Konzentration von 100 bis 200 Milligramm Cholin zu empfehlen.

 

Darreichungsformen

Als Nahrungsergänzungsmittel ist Cholin in Kapsel- oder Tablettenform erhältlich, die Sie mit etwas Wasser oral einnehmen können. Die Konzentrationen dieser Mittel sind sehr unterschiedlich und können von 100 mg bis 800 mg pro Kapsel variieren.

 

Erfahrungen

Erfahrungsberichte von Käufern des Nahrungsergänzungsmittels sind fast durchweg positiv. Die Anwender und Anwenderinnen berichten von einer guten Verträglichkeit. Viele der Funktionen, wie beispielsweise die Unterstützung der Leberfunktion, sind nicht unmittelbar spürbar. Doch manche Funktionen, die Cholin unterstützt, konnten sich durch die Einnahme auch subjektiv verbessern, wie zum Beispiel Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfunktionen.

 

Wirkung und Anwendung

Die Wirkungen von Cholin und seinem Derivat Acetylcholin sind äußerst vielfältig. Unter anderem spielt Cholin eine wichtige Rolle bei:

  • dem Aufbau der Zellmembran: Cholin ist nötig, um die Fette zu produzieren, die für die Struktur der Zellmembran verantwortlich sind.
  • Fetttransport und -stoffwechsel: Cholin unterstützt den Abtransport von Cholesterin aus der Leber. Ein Cholinmangel kann zu gefährlichen Cholesterin- und Fettansammlungen in der Leber führen
  • DNA-Synthese: Zusammen mit Folsäure und verschiedenen Vitaminen (z. B. B12) unterstützt Cholin Prozesse der DNA-Synthese.
  • der Aufrechterhaltung eines gesunden Nervensystems: Cholin wird benötigt, um den Neurotransmitter Acetylcholin herzustellen. Dieser ist unter anderem wichtig für Muskeltätigkeit, der Regulierung des Herzschlags und Gedächtnisfunktionen.

Aufgrund seiner zahlreichen Wirkungen findet Cholin auch bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen Anwendung.

Schlafstörungen

Schlafstörungen können durch einen Mangel an Cholin verursacht sein. Sie sind nicht zu unterschätzen, denn sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen in erheblichem Ausmaß und können zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Die ständige Müdigkeit geht oft einher mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und/oder depressiven Symptomen. Die Einnahme von Cholin könnte diese Probleme möglicherweise verringern und die Lebensqualität auf diese Weise verbessern.

Haarausfall

Aus der Kombination Inositol und Cholin ergibt sich Lecithin. Dieser Stoff spielt bei der Behandlung von Haarausfall eine Rolle, denn er beugt einerseits Ausfall von Haaren vor und stärkt gleichzeitig das Haarwachstum. Somit eignen sich Nahrungsergänzungsmittel mit dieser Kombination an Inhaltsstoffen auch zur unterstützenden Behandlung von Haarausfall.

 

Sonstiges

Die Anwendung von Cholin bei verschiedenen Erkrankungen wurde in zahlreichen weiteren Studien untersucht. So hat es sich beispielsweise als wirksame Zusatztherapie für Patienten mit Asthma erwiesen, welche die Entzündung des Immunsystems modulieren und oxidativen Stress verringern konnte [1].

 

Ursachen und Folgen eines Cholinmangels

Unter bestimmten Umständen kann es zu einem Mangel an Cholin kommen. Dieser kann die Folge von hohem Alkoholkonsum, einer niedrigen Folsäureaufnahme / einem schlechten Folsäurestatus, einer gestörten Fettaufnahme aus der Nahrung oder bestimmten Erkrankungen wie HIV sein.

Ein Mangel an Cholin kann weitere gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Da beispielsweise die Fettsäuren bei einem Cholinmangel nicht abgegeben werden können, kann sich eine Fettleber entwickeln. Auch Funktionseinschränkungen von Bauchspeicheldrüse, Nieren und Leber sind möglich, ebenso eine Störung des Immunsystems. Bestehende Erkrankungen (z. B. Asthma) können sich verschlimmern und es können Gedächtnisprobleme auftreten. Bei Kindern und Jugendlichen kann ein Cholinmangel Wachstumsstörungen verursachen.

Ein Cholinmangel kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Typische Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Wortfindungsstörungen

Wichtig: Diese Symptome sind jedoch recht unspezifisch und können auch eine Vielzahl anderer Ursachen haben. Von einer Cholinzufuhr „auf Verdacht“ ist allerdings abzuraten. Lassen Sie die Symptome lieber ärztlich abklären. Ein Cholinmangel lässt sich nur über einen Bluttest / Laborbefund feststellen.

 

Studien

Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Cholin und einem (verringerten) Risiko für Herzerkrankungen nahelegen [2]. Es scheint so zu sein, dass Cholin und Folsäure die Aminosäure Homocystein in Methionin umwandeln können. Liegt nicht genügend Cholin vor, kann sich das Homocystein im Blut anreichern, was mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall einhergeht [3]. Wie genau dieser Zusammenhang aussieht – das ist noch nicht bekannt. Die Befunde zu dieser Frage sind widersprüchlich [4] und lassen deshalb zum jetzigen Standpunkt keine Schlussfolgerung zu.

Schon für das ungeborene Kind ist Cholin von großer Bedeutung. Eine ausreichend hohe Cholinzufuhr in der Schwangerschaft geht mit einem geringeren Risiko von Neuralrohrdefekten einher [5]. Eine zu geringe Zufuhr kann dagegen das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft (Frühgeburt, Präeklampsie oder ein niedriges Geburtsgewicht des Babys) erhöhen [6].

 

Nebenwirkungen

Da es sich bei Cholin um einen körpereigenen Stoff handelt, sind bei der Einnahme keine allergischen oder Unverträglichkeitsreaktionen zu erwarten. Bei der Einhaltung der empfohlenen Dosierung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Allerdings senkt der Stoff ab einer Tagesdosis von 7,5 Gramm den Blutdruck. Bei Personen, die ohnehin einen niedrigen Blutdruck haben, kann dies zu Schwindel, Orientierungsstörungen oder Ohnmacht führen. Wenn Sie einen gut eingestellten Bluthochdruck haben, sollten Sie Ihren Arzt befragen. Eventuell ist eine Anpassung der Medikation erforderlich.

Ist es krebserregend?

Cholin selbst ist nicht krebserregend. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Tumorzellen, die gestreut haben, unter anderem mit einem veränderten Cholin-Stoffwechsels einhergehen [7]. Dieser Befund könnte neue Ansatzpunkte für mögliche Behandlungen von Krebserkrankungen liefern.

Einnahme und Dosierung

Bei der Einnahme beachten Sie bitte die Hinweise des Herstellers. Sie können je nach Produkt variieren. Grundsätzlich sollten Sie bei der Einnahme von Cholin Ihren persönlichen Tagesbedarf kennen.

Wie hoch der tägliche Bedarf an Cholin ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter und Geschlecht ab. Eine Faustregel lautet „7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht“. Als Richtlinien gelten folgende Werte [8]:

Alter Tagesbedarf
0-6 Monate 125 mg
7-12 Monate 150 mg
1-3 Jahre 200 mg
4-8 Jahre 250 mg
9-13 Jahre 375 mg
14-19 Jahre 400 mg (Frauen) bzw. 550 mg (Männer)
ab 20 Jahre 425 mg (Frauen) bzw. 550 mg (Männer)

 

 

 

Für Schwangere wird eine Tagesdosis von 450 mg Cholin empfohlen, für stillende Frauen eine Dosis von 550 mg pro Tag. Auch Ausdauersportler und Frauen nach der Menopause haben einen erhöhten Cholinbedarf [8].

Darüber hinaus können auch noch andere Faktoren den Tagesbedarf beeinflussen, wie zum Beispiel genetische Faktoren [9] oder der hormonelle Status [10].

Die amerikanische Lebensmittelaufsicht nennt eine Tageshöchstdosis von 3500 mg, doch dieser Wert ist nicht unumstritten und wird von einigen Medizinern als zu hoch erachtet. Insbesondere bei der dauerhaften Einnahme von Cholin drohen bei extrem hohen Dosen (über 10 Gramm täglich) unerwünschte Nebenwirkungen. Hierzu gehören ein ständiger Speichelfluss und starkes Schwitzen, wobei der Körpergeruch an Fisch erinnert. In schweren Fällen kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

 

Lebensmittel

Mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel, die für ihren hohen Gehalt an Cholin bekannt sind, können Sie Ihren Tagesbedarf weitgehend decken.

 

Wo kommt Cholin vor?

Lebensmittel mit hohem Cholingehalt sind (jeweils bezogen auf 100 g des Nahrungsmittels):

Lebensmittel Cholingehalt pro 100 g
Rinderleber 426 mg
Hühnerleber 326 mg
Hühnerei 300 mg
Kabeljau (frisch) 292 mg
Lachs 57 mg

 

 

In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist vergleichsweise wenig Cholin enthalten. Den größten Gehalt in pflanzlichen Nahrungsmitteln haben Kürbiskerne (63 mg pro 100 g). Die meisten Gemüsesorten enthalten sehr wenig Cholin, wie zum Beispiel Blumenkohl (21 mg) oder Brokkoli (27 mg).

 

Was ist Cholin?

Cholin ist ein sogenannter einwertiger Alkohol (auch: quartäre Ammoniumverbindung) und wurde früher als Vitamin B4 bezeichnet. Auch wenn es gewisse Ähnlichkeiten zu Vitaminen (insbesondere der Vitamin B-Gruppe) aufweist, ist es streng genommen kein Vitamin, deshalb wird es heute auch nicht mehr als solches bezeichnet. Sein Name „Cholin“ leitet sich vom altgriechischen Wort „cholé“ (deutsch: Galle) ab, denn in einer Schweinegalle wurde der Stoff im Jahre 1849 zum ersten Mal nachgewiesen. Schon 17 Jahre später konnte er vollständig synthetisiert werden.

Cholin gehört zu den sogenannten semi-essenziellen Nährstoffen. Das bedeutet, dass der Körper den Stoff zwar grundsätzlich herstellen kann, aber nicht in ausreichender Menge, um seinen Bedarf zu decken. Hierfür muss Cholin zusätzlich über die Nahrung oder in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zugeführt werden. Neben seiner Beteiligung an verschiedenen Körperfunktionen findet Cholin auch als Wirkstoff zur Behandlung bestimmter Erkrankungen wie Leberschäden oder Alzheimer Anwendung.

Im Körper befindet sich der Großteil des Cholins in sogenannten Phospholipiden. Hierbei handelt es sich um spezielle Fettmoleküle, zu denen beispielsweise auch Lecithin („Phosphatidylcholin“) gehört.

Natur Zentrum Autor

Herbert Havera

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19897276, abgerufen am 11.12.2019 
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3347848/, abgerufen am 11.12.2019  
[3] https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/195433, abgerufen am 11.12.2019  
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17629908, abgerufen am 11.12.2019  
[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15234930, abgerufen am 11.12.2019  
[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2782876/, abgerufen am 11.12.2019  
[7] https://www.pnas.org/content/109/21/8155, abgerufen am 11.12.2019  
[8] https://www.healthline.com/nutrition/what-is-choline, abgerufen am 11.12.2019  
[9] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24671709, abgerufen am 11.12.2019  
[10] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20861172, abgerufen am 11.12.2019