Intervallfasten

Abnehmen, 16:8, 5:2 Fastenmethode | Erfahrung

Das Intervallfasten unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Formen des Fastens und jeder gängigen Diät. Es beschreibt eine Ernährungsform, bei der in einem bestimmten, ausbalancierten Rhythmus abwechselnd „normal“ gegessen und gefastet wird. Während der Fastenperioden werden dem Körper keine Nahrungsmittel und damit praktisch keine Kalorien zugeführt, lediglich ungesüßte Getränke wie Wasser, ungesüßter Tee sowie schwarzer Kaffee sind erlaubt. Der Körper zieht die benötigte Energie während der Fastenphase aus gespeicherten Reserven.

Anschließend kann wieder wie gewohnt gegessen werden, wobei bestenfalls auf eine gesunde Ernährungsweise zurückgegriffen werden sollte. Beim Intervallfasten wird zwischen der klassischen Variante mit einer täglichen Fastenzeit von mehreren Stunden und der fortgeschrittenen Methode unterschieden, welche einen oder mehrere Fastentage pro Woche vorsieht. Intervallfasten lässt sich grundsätzlich gut in den Alltag integrieren und an den individuellen Zeitplan anpassen, weshalb es aus organisatorischer Sicht relativ einfach zu praktizieren ist.

Die natürlichste aller Ernährungsweisen

Das Intervallfasten ist historisch in der Altsteinzeit verankert, einem Zeitalter, in dem der Mensch weder sesshaft war noch Ackerbau und Viehzucht betrieb. Anders als der moderne Mensch hatten unsere Urahnen keinen nahezu unbegrenzten Zugang zu Nahrung, welcher zur heutigen Zeit durch die Massenproduktion und den globalen Handel ermöglicht wird. Den Jägern und Sammlern stand keine kontinuierliche Nahrungsquelle zur Verfügung, unfreiwillige Fastentage waren in der Folge ein natürlicher Bestandteil des Lebens der Urmenschen. Diese Tage des Verzichts waren von essentieller Bedeutung, denn sie entlasteten Verdauung sowie Organismus und trugen zur Stärkung von Robustheit und Widerstandsfähigkeit bei. Das Problem unserer modernen Überflussgesellschaft ist, dass viele Menschen, wohl auch beeinflusst durch die Werbekampagnen der Lebensmittelkonzerne, zu große Mengen in zu kleinen zeitlichen Abständen essen, was dem Körper langfristig nicht gut tut und zu Übergewicht sowie chronischen Krankheiten führen kann.

Später wurde der natürliche, urzeitliche Zustand von verschiedenen Gesellschaften imitiert, die Rituale von Glaubensgemeinschaften sind das beste Beispiel hierfür. Intermittierendes, also unterbrochenes Fasten ist ein Wesensmerkmal des Fastenmonats Ramadan im Islam, welcher den Verzicht auf jegliche Nahrungsmittel in der Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und -untergang vorschreibt. Auch Anhänger des Buddhismus fasten oft halbtags, um sich der Völlerei zu entsagen und sich auf die Meditation vorzubereiten. Kurz: Das vorübergehende, rituelle Fasten ist Teil einer jeden Weltreligion.

Auch die in diesem Buch thematisierte Diät des Teilzeitfastens versteht es, den ursprünglichen und damit dem menschlichen Organismus entsprechenden Ernährungs- und Lebensstil aufzugreifen und auf diese Weise zu einem gesünderen Leben beizutragen. Die Ernährungs- und Gesundheitsforschung ist sich einig, dass intermittierendes Fasten das Risiko von Herzkrankheiten sowie degenerativen Erkrankungen des Nervensystems minimieren und die Regenerationsprozesse der menschlichen Körperzellen anregen kann.

5:2 Fastenmethode

Während des 5:2 Fastens arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren. Diese Methode kann auch auf eine längere Zeitspanne angewendet werden. Wenn man also langfristig den Stoffwechsel aktiv halten möchte und so auch nach dem Abnehmen einem Jo-Jo Effekt vorbeugen möchte, dann bietet sich diese Methode des Intervallfastens sehr gut für dich an. Doch außer dem Effekt, dass du dein Gewicht mit dieser Methode reduzieren kannst, hat es auch noch die Vorteile, dass sich deine Blutfettwerte normalisieren und auch, ein vielleicht erhöhter Blutdruck, wieder in geregelte Normen wandern kann. Neueste Studien haben sogar ergeben, dass durch diese Fastenmetode die Risiken gesenkt werden können, an Demenz, Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes und Krebs zu erkranken. Bis jetzt gibt es hierzu noch keine vollendeten Langzeitergebnisse, aber die Resultate aus den Kurzzeitversuchen sprechen schon sehr für sich.

So funktioniert die Methode: an fünf aufeinanderfolgenden Tagen darfst du alles essen, wonach dir der Sinn steht. Dabei ist es egal, wie viel Kalorien du am Tag zu dir nimmst oder aus was für Fetten und Nährstoffen deine Nahrung zusammengesetzt ist. Natürlich sollte man nicht übertreiben, sondern Maß und Mitte im Auge behalten.

An den zwei darauffolgenden Tagen wird die Kalorienzufuhr dafür auf das Minimalste reduziert. Frauen nehmen dann an diesen zwei Tagen nur eine Kalorienaufnahme von 500 Kalorien zu sich, Männer haben an diesen Tagen eine Kalorienzufuhr von 600 Kalorien zu decken. Während dieser zwei Fastentage solltest du deine Nahrung sehr gut wählen. Alles, was Kohlenhydrate hat, ist während der Fastentage nicht erlaubt. Sprich, keine Nudelgerichte, kein Brot oder Brötchensorten, kein Reis und keine Kartoffeln. Zudem ist auch alles untersagt, was viel Zucker enthält. Wähle in deinen Fastentagen lieber Obstsorten, die wenig Fruchtzucker enthalten. Das sind zum Beispiel Johannisbeeren, Erdbeeren, Orangen, Grapefruits, Limetten, Zitronen und Papaya. Diese Früchte gelten in einschlägiger Fachliteratur als optimale Unterstützer während einer Diät. Während dieser Fastentage sollte deine Ernährung aus reichlich Flüssigkeit bestehen. Optimal ist für die Deckung Wasser oder ungesüßter Tee, am besten Kräutertee. Decke deinen Kalorienbedarf mit einer gut gewählten Eiweißquelle und vorrangig Gemüse. Wenn du Obst gerne auch während dieser zwei Tage auf deinem Speiseplan integrieren möchtest, dann wähle, die oben schon aufgeführten, fruchtzuckerarmen Obstsorten.

Wähle für die zwei Fastentage mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Das beugt dem Heißhungergefühl vor. Zudem belastest du deinen Organismus nicht noch zusätzlich, in dem er größere und schwere Mahlzeiten auf einmal verdauen muss.  Deine Niere läuft während deiner Fastentage auf Hochtouren. Sie ist das präsente Ausscheidungsorgan deines Körpers. Während des Fastens baut dein Körper in den Zellen schädliche und eingelagerte Substanzen ab. Das ist der Prozess, der letztendlich während des Fastens ja auch gewollt ist und den wir unterstützen wollen. Um die Ausscheidung nun auf Hochtouren zu treiben und die Ausschwemmung von eingelagerten Substanzen zu fördern ist eine ausreichende Trinkmenge unumgänglich. Zudem nimmst du ja auch nur eine sehr geringe Menge an Kalorien zu dir. Deswegen solltest du Kreislaufproblemen vorbeugen und deinen Wasserhaushalt aufrecht halten.

16:8 Fastenmethode

Das 16:8 Fasten wir in Fachkreisen auch als intermittierendes Fasten bezeichnet. Bei dieser Fastenmethode isst man nur streng nach der Uhrzeit. Neueste Studien haben ergeben, dass nicht unbedingt die Kalorienzufuhr, während der Mahlzeiten, an ungeliebten Pfunden schuld sein muss. Viel mehr fanden sie heraus, dass es auf die Uhrzeit ankommt, wann man eine Mahlzeit zu sich nimmt. Wenn wir Intermittierend übersetzen wollen, dann können wir es aus dem lateinischen her ableiten und kommen zu einer sinngemäßen Übersetzung mit unterbrechen oder aussetzen. Und, plump gesagt, etwas anderes tust du bei diesem Fasten nicht. Du verzichtest einfach eine gewisse Zeit lang auf die Nahrungsaufnahme. Die meisten Menschen sind es inzwischen gewohnt, dass sie zu ihren einzelnen Mahlzeiten eine Spanne von fünf bis sechs Stunden haben. Diese Spanne, in der du nun keine Nahrung aufnimmst, wird bei dieser Fastenmethode vergrößert. Das Ziel ist es, dass du nun 16 Stunden lang keine Nahrung mehr zu dir nimmst, und erst nach dieser vergangenen Zeit wieder essen darfst. Nimmst du deine letzte Mahlzeit des Tages beispielsweise um 18.00 Uhr ein, dann frühstückst du am nächsten Tag erst um 10.00 Uhr. Ist dir dieses Intervall zu lang, kannst du deine letzte Abendmahlzeit auch schon auf 17.00 Uhr verlegen und darfst dann dafür am nächsten Tag schon um 9.00 Uhr frühstücken. Nun hast du ein acht stündiges Zeitfenster, in das du deine 3 Mahlzeiten einsetzen kannst. Hier solltest du nun in den nächsten acht Stunden dein Frühstück, dein Mittagessen und dein Abendessen unterbringen, damit du dann wieder zu dem 16 stündigen Fastenintervall übergehen kannst. In diesen 16 Stunden hast du dann wieder eine absolute Nahrungskarenz, nur Getränke ohne Zucker sind erlaubt.

Bei der Auswahl deiner Nahrungsmittel gibt es bei dieser Methode keine vorgeschriebene Kalorienmenge auf die du achten musst. Jedoch solltest du keine größeren Portionen zu dir nehmen, als sonst für dich bei deinen Mahlzeiten üblich sind. Isst du zum Beispiel zum Frühstück immer eine Schale mit Müsli und ein Brötchen mit Marmelade, dann behalte das auch so bei. Auch wenn dein Hunger noch so groß sein sollte, plane deine Mahlzeiten nicht überdimensioniert groß.

Ein toller Pluspunkt bei dieser Methode des Intervallfastens ist es, dass dein Körper nachts genügend Zeit und Ruhe für die Verdauung und Verarbeitung des Abendbrotes hat. Somit ist dein Schlaf intensiver und angenehmer, dein Körper ist nicht mehr stark beschäftigt, sondern kann angemessen in die Ruhephase finden.

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Natur Zentrum Autor

Herbert Havera

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

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